»MIT NATURA TRAILS DER NATUR EIN STÜCK NÄHER«

Mi., 9. Mai 2018

 

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Flyer der Naturfreunde Singen und Radolfzell führt in den Hegau, Untersee und an den Mindelsee / von Stefan Mohr

Seit 1895 engagieren sich die Naturfreunde, inzwischen zählt der Verein 350.000 Mitglieder in 47 Ländern, für sozial-ökologisch und gesellschaftspolitische Themen mit der Prämisse, jedem Zugang zur Natur und zu Wissen zu ermöglichen.

Seit 2011 haben die Ortsgruppen der Naturfreunde Singen und Radolfzell aus diesem Grund mehrere Natura Trails entwickelt, wie die langjährige Vorsitzende der Naturfreunde Singen, Heidi Lorenz-Schäufele erklärte.
 

Ob beim Heinrich-Weber Natura-Trail, Mindelsee, Untersee und westlicher Hegau ist die Grundidee hierbei, dass die Bewohner Flora und Fauna in ihrer nächsten Umgebung kennenlernen können, was einen besseren Schutz der Natur nach sich ziehe, so Lorenz-Schäufele weiter.

Denn leider sei das relativ alte Naturschutzgebiet in der Europäischen Union »Natura 2000« wenig bekannt oder sogar negativ belastet, doch alleine 17  Prozent der Fläche in Baden-Württemberg gehörten hierzu, ergänzt Daniela Dietsche von der Geschäftsstelle Naturfreunde Baden. Ziel sei es durch diesen europaweiten Schutzraum die Artenvielfalt zu bewahren, so  Dietsche.

Heidi Lorenz-Schäufele liebt den Heinrich-Weber Natura-Trail über die Domäne, Hegauhaus zum Hohenkrähen, zum Mägdeberg und Hohenstoffeln. Denn der Weg bietet mit Schafweiden, Hangmischwäldern,  Burgen, tolle Fernsichten auf elf bis 20 Kilometern eine tolle Abwechslung.

 

Wie bei jedem auch für Laien bestens verständlichen Natura-Trail-Flyer informiert die Vorderseite über die verschiedenen Lebensräume, die Rückseite über die vorkommenden Arten. Daniela Dietsche schwärmt vom Natura-Trail am Mindelsee, da er auf engstem Lebensraum viele verschiedene Lebewesen vereint. Ohne die Wege zu verlassen ist der Orchideenreichtum mit mehr als 20 Arten zu bewundern.

 

Auffällig ist etwa das fleischfarbene Knabenkraut.
Für Gruppenleiter gibt es über die Flyer hinaus ein pädagogisches Begleitkonzept, das die Natura-Trails spielerisch für verschiedene Altersgruppen erfahrbar macht. Bei Bedarf bitte melden bei daniela.dietsche@naturfreunde-baden.de

Kürzlich fand bei den Naturfreunden Singen, die 2012 ihr 100. Jubiläum feierten, eine Zukunftswerkstatt statt:

 

Künftig soll eine stärkere Öffnung nach außen sowie mehr Aktionen im Naturfreundeheim und mehr Wanderungen realisiert werden, fasst Dietsche zusammen.

In Kürze

Verein: Naturfreunde Ortsgruppe Singen und Radolfzell

Projekt: Seit 2011 wurden mehrere Natura-Trails entwickelt.

Erhältlich im Bürgerzentrum und Rathaus in Singen sowie Tourismus-Info Radolfzell

Ortsgruppe Singen: gegründet 1912
Vorsitzende: Angelika Stempel-Gall

Ortsgruppe Radolfzell: gegründet1955

Vorsitzender: Markus Zähringer

Mehr unter: www.naturfreunde-radolfzell.de

 


90 Jahre NaturFreundehaus Bodensee

Die NaturFreunde feierten am Wochenende das 90-jährige Bestehen des NaturFreundehaus Bodensee. Mit einem breiten Natursport-Angebot, der Einweihung des Respekt-Schildes, der Restauration und Wiedereröffnung des Heinrich-Weber- Mahnmals, sowie an den Infoständen und in den Festreden zeigten die NaturFreunde dabei ihr breites Wirkungsspektrum auf.

 

Baumklettern, Drachenboot, Floßbau, Kanu und SUP, Wandern und Mountain-Biken:

 

Das Natursport-Angebot war vielfältig, das die NaturFreunde ihren Mitgliedern und Gästen am Samstag geboten haben. Für die kleinen Gäste gab es zudem ein buntes Kinderprogramm.

 

Die NaturFreunde sind aber mehr als Freunde der Bewegung in der Natur. Aus der Arbeiterbewegung entstanden vertreten die NaturFreunde bis heute soziale und ökologische Werte.

 

Auch das NaturFreundehaus wurde einst als „Ort der Zuflucht, Erholung und des Friedens“ gegründet, so Regina Schmidt-Kühner, stellvertretende Bundesvorsitzende der NaturFreunde, war aber auch „Ausdruck des Klassenkampfes“.

 

Dem damals entscheidenden Mitbegründer des Hauses Heinrich Weber zu Ehren wurde im Rahmen der Festivitäten das für ihn errichtete und neu restaurierte Mahnmal wiedereröffnet. In der Laudatio von Heidi-Lorenz-Schäufele wurde sein Leben mit und für die Werte der NaturFreunde deutlich. Im Rahmen der Aktion Gitter nach dem gescheiterten Anschlag auf Hitler wurde auch Heinrich Weber gefangen genommen und schließlich im KZ Mauthausen ermordet. Auch heute sehen es die NaturFreunde als eine ihrer Aufgabe, sich klar gegen jede Form von Rassismus zu stellen. Als Zeichen dafür wurde am Samstag gemeinsam mit der IGM Singen das „Respekt-Kein Platz für Rassismus“- Schild am NaturFreundehaus angebracht und eröffnet.

Als weitere Schwerpunkte der gesellschaftspolitischen Arbeit der NaturFreunde spricht Schmidt-Kühner den Klimawandel, den Verlust der Artenvielfalt und die internationale Solidarität an. Die NaturFreunde pflegen enge Kontakte zu ihren Partnern und Freunden in Afrika. „Wir befinden uns in einer Zeit der Transformation“ so Schmidt-Kühner weiter, „diese Transformation möchten wir NaturFreunde sozial und ökologisch gestalten“!

 

Zwei NaturFreunde, die den Verband seit Jahrzehnten voranbringen und geprägt haben wurden an diesem Wochenende mit der Heinrich-Coblenz-Medaille ausgezeichnet. Markus Zähringer dankt Heidi-Lorenz Schäufele und Erwin Renner für ihr langjähriges, herausragendes Engagement.

 

„Das NaturFreundehaus Bodensee soll auch weiterhin ein Ort sein, in dem die gesellschaftspolitischen Werte und Ziele der NaturFreunde sichtbar sind und gelebt werden“, so Ursula Georg, Mitglied des Landesvorstands.

 

Musikalisch umrahmt wurde das Programm mit Politfolk der Marbacher Songgruppe. Gratulanten waren u.a. der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Radolfzell Norbert Lumbe, der Ortsvorsteher Markelfingens Lorenz Thum und der Vorsitzende der NaturFreunde Württemberg Andreas Linsmeier.

 

Die Geschichte des NaturFreundehaus Bodensee war in einer Ausstellung mit vielen historischen Materialien aufbereitet und an dem Jubiläumswochenende dort erlebbar.

 


Bezirkswanderung der NaturFreund

 

Bei strahlendem Sonnenschein

 

trafen sich NaturFreunde aus dem südlichsten Bezirk des Landesverbands Baden zur alljährlichen Bezirkswanderung. Die Ortsgruppe Singen war in diesem Jahr für die Durchführung des Treffens verantwortlich. Ziel der Wanderung war der Heinrich – Weber – Natura – Trail. Die Wanderroute ist dem unvergessenen früheren Vorsitzenden der NaturFreunde Singen Heinrich Weber gewidmet, der im KZ Mauthausen ermordet wurde. Sein soziales Engagement, seine Zivilcourage und sein unglaubliches Wissen über den Hegau – sowohl auf naturkundlichem wie auf geologischem Gebiet – gelten heute noch als beispielhaft.

 

 

 

Ausgangspunkt für die Tour durch ein europäisches Schutzgebiet war der Haltepunkt Landesgartenschau. Die gesamte Route liegt in einem Natura 2000 Gebiet; dabei handelt es sich um ein Schutzgebietssystem der Europäischen Union, das zum Ziel hat, die Vielfalt an Tieren und Pflanzen und deren Lewbensräume europaweit zu bewahren. Die Wanderung führte über die Domäne Hohentwiel, vorbei am Hegau-Haus zum Hohenkrähen und zum Mägdeberg. Von dort wanderte die Gruppe nach Mühlhausen; nach einer kurzen Fahrt mit dem Seehas kamen alle Teilnehmer wieder wohlbehalten in Singen an. Sie dankten Tourenleiterin Claudia Nitsch für die Vorbereitung und Durchführung der Tagestour.

 


Ziegenwanderung in Überlingen

am sonnigen Samstagnachmittag den 29. April veranstaltete die Ortsgruppe Singen

eine Wanderung mit sechs Ziegen und zwölf Erwachsenen und Kindern.

 

 

Die Wanderkameraden
Die Wanderkameraden

 

Gemeckert wurde nur wenig

 

und wenn, dann war es meistens "Knöpfle", ein vierbeiniges Mitglied der erweiterten Herde, zu der auch für einen Nachmittag die Menschen gehörten. Denn die Naturfreundegruppe war unter fachkundiger Begleitung des Ziegenbetreuers bei schönstem Wetter unterwegs, um sich mit den Ziegen anzufreunden und ihren Lebensraum kennen zu lernen. Hier, im Umland von Überlingen, wo sich Wiesen, Felder, Bäche und Wald abwechseln, mit Hecken am Wegesrand und Oasen zum Träumen und Kraft sammeln.

Eine kleine Stärkung am Wegerand
Eine kleine Stärkung am Wegerand

 

 

Die Ziegen übernehmen das Verhalten der Gruppe, haben die Menschen erfahren, und tatsächlich waren alle sehr entspannt und nur auf den Moment konzentriert. Die Stunden vergingen schneller als gedacht, und alle wurden um das Erlebnis reicher, ein kleines Stückchen der Natur näher gekommen zu sein. Als am Schluss die sechs Ziegen verabschiedet wurden, stand für einige schon fest: "Das möchten wir nächstes Jahr wieder machen".

 

 

Bericht und Fotos von Ulrich Neueheuser

 

 

 


Winterwanderung "Rund um den Hohentwiel"

Am Samstag, den 21.01.2017 machten sich 18 Unentwegte trotz Nebel auf den Weg rund um den Hohentwiel. Der Singener Hausberg bietet zwei Besonderheiten, nämlich Deutschlands größte Festungsruine und den höchstgelegenen Weinberg Deutschlands auf dem Bio-Weingut Vollmayer. Treffpunkt war an der Torkel. Von dort ging es durch die Reben des Olgabergs, oberhalb des Elisabethenbergs, des Twielfelds über die Schafweide zur Domäne. Vor unserem "Abstieg" in die Stadt reservierten wir Plätze im Bistrocafé des MAC, wo wir den Nachmittag ausklingen ließen. Trotz des Nebels - da waren sich Mitglieder und Gäste einig - ein rund um gelungener Nachmittag.